Studie Analyse Wertschöpfungsketten

Die Märkte für Nahrungsmittel in der Schweiz sind charakterisiert durch eine X-Struktur: Viele landwirtschaftliche Produzentinnen und Produzenten stehen wenigen Handels- und Verarbeitungsbetrieben bzw. Detailhändlern gegenüber. Diese verkaufen ihre Produkte wiederum an viele Konsumentinnen und Konsumenten. In den letzten Jahren fand in verschiedenen Wertschöpfungsketten eine zusätzliche Konzentration statt.

Als Teil einer umfassenden Analyse zur Wettbewerbssituation im Lebensmittelmarkt hat Flury & Giuliani GmbH im Auftrag des Bundesamts für Landwirtschaft BLW die Struktur in den Wertschöpfungsketten Äpfel, Brotweizen und Schweinefleisch analysiert.

Die Analyse zeigte, dass der Wettbewerb innerhalb und zwischen den Stufen unterschiedlich stark ist. Auf einzelnen Stufen ist der Wettbewerb unter den Marktakteuren ausgeprägt. Dies gilt z.B. auf der zweiten Verarbeitungsstufe, wo gewerbliche Betriebe mit grossen, oft vertikal integrierten Verarbeitungsbetrieben in Konkurrenz stehen und in einem angebots- wie auch nachfrageseitig beschränkten Gesamtmarkt durch steigende Importe konkurrenziert werden. Einen Einfluss auf die Struktur und die Wettbewerbssituation in den Wertschöpfungsketten haben aber auch die technologische Entwicklung oder gesetzliche Vorgaben. Aber auch die Agrarpolitik, welche über den Grenzschutz die Grösse der Märkte für die inländischen Unternehmen beeinflusst.»

100% (bio) Valposchiavo

Im Valposchiavo wird auf 95% der Landwirtschaftsfläche nach Bio-Suisse Richtlinien angebaut und ein grosser Teil lokal verarbeitet. Damit stellt das Valposchiavo einen schweizweiten Rekord auf!

Diese zwei Entwicklungen wurden in den letzten Jahren durch das Projekt zur regionalen Entwicklung (PRE) 100% (bio) Valposchiavo gefördert. Das Tal bietet ideale Voraussetzungen für den Anbau und die Produktion einer vielfältigen Palette an hochwertigen Agrarprodukten, wie zum Beispiel Arznei-, Tee- oder Gewürzkräuterproduktion, alpwirtschaftliche Produkte oder lokale Weine. Mit dem Projekt soll die Wertschöpfungskette für Bioprodukte weiter ausgebaut werden und regionale Abnehmer gefunden werden, sodass die erstklassigen Produkte direkt im Tal konsumiert werden können. Konkret wurde im Rahmen des PRE ein integriertes Vermarktungskonzept erstellt und mehrere betriebsspezifische infrastrukturelle Projekte unterstützt.

Das PRE  ist ein Kooperationsprojekt von Landwirtschafts- und Lebensmittelverarbeitungs-Betrieben in Zusammenarbeit mit dem Tourismussektor mit dem Ziel einer gesunden wirtschaftlichen Gesamtentwicklung des Tals. Flury & Giuliani koordiniert das Projekt.

Erfahre mehr auf der Projektwebsite.

ArgeAlp- Wasser auf den Alpen

Die Arbeitsgemeinschaft ArgeAlp setzt sich aus 10 Ländern, Provinzen, Regionen und Kantonen der Staaten Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz zusammen. ArgeAlp bearbeitet gemeinsame Probleme, insbesondere ökologischer, kultureller, sozialer und wirtschaftlicher Art, die bekannterweise meist nicht an den Staatsgrenzen halt machen.

Im Jahr 2024 trägt der Kanton Tessin die Präsidentschaft und hat sich entschieden ein sehr aktuelles Thema zu bearbeiten: Wasser auf den Alpen, die Versorgung von Sömmerungsbetrieben sowie die nachhaltige Nutzung und Entsorgung von Wasser. Im Rahmen des Projektes werden ‚Best Practices‘ Beispiele gesammelt und der Austausch zwischen betroffenen Personen gefördert. Die Ergebnisse der Arbeit werden an einer Fachkonferenz am 24. Oktober im Tessin vorgestellt.

Flury&Giuliani unterstützt den Kanton Tessin in der Umsetzung und Ausgestaltung des Projektes.

Das Gebiet der Arbeitsgemeinschaft ArgeAlp

Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden

Die Landwirtschaft ist stark vom Klimawandel betroffen. Gleichzeitig ist die Branche Verursacherin von Klimagasen. Wie gelingt es den Bäuerinnen und Bauern, sich dem Klimawandel anzupassen und Lebensmittel klimafreundlich zu produzieren? Genau dort setzt das Projekt «Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden» an.

In der Pilotphase von 2020-2025 testen rund 50 Pilotbetriebe auf Feld und Hof, wie sie bei der Produktion mehr für das Klima tun könnten. Die Pilotbetriebe bilden sich zusätzlich in verschiedenen Weiterbildungsangeboten rund ums Thema Klima und Landwirtschaft weiter und verbinden dies mit ihrem zunehmendem Erfahrungswissen. Erfahre mehr zum Projekt auf der Projektwebsite oder im neuen Podcast. Flury&Giuliani GmbH unterstützt und begleitet das Projekt als Teil der Projektleitung.

Businessplan Käserei Savognin

Der von der Schweizer Berghilfe produzierte Kurzfilm zeigt, wie sich die Käserei Savognin neu aufgestellt hat: Die Milch legt von der Kuh bis auf den Tisch nur wenige Meter zurück. Ein Joghurt der Bergkäserei Savognin wird nicht grossen Transportdistanzen ausgesetzt, sondern entsteht aus lokalen Rohstoffen vor Ort und wird auch dort von Einheimischen und Gästen in Hotels und Restaurants konsumiert. Um der steigenden Nachfrage gerecht werden zu können, hat sich die Käsereigenossenschaft deswegen kürzlich mit Unterstützung der Schweizer Berghilfe eine Joghurt-Verpackungsmaschine angeschafft. Grundlage für die Neuorientierung war ein von der Flury&Giuliani GmbH erstellter Businessplan im 2017.

Zwischenevaluation Projekte zur regionalen Entwicklung

Seit 2007 werden Projekte zur regionalen Entwicklung (PRE) von Bund und Kanton unterstützt. Ziel des Förderinstrumentes ist, die landwirtschaftliche Wertschöpfung zu fördern und die branchenübergreifende Zusammenarbeit zwischen der Landwirtschaft und anderen landwirtschaftsnahen Bereichen zu stärken. Die Flury&Giuliani GmbH hat 2018 zusammen mit EBP eine Zwischenevaluation des Instrumentes vorgenommen und Empfehlungen zur Weiterentwicklung vorgeschlagen. Basierend auf diesen Vorschlägen hat das BLW verschiedene Änderungen am Instrument vorgenommen, die seit Anfang 2021 in Kraft sind.

Die Zwischenevaluation hat ergeben, dass der Ablauf zur Realisierung von PRE oft sehr lange dauert, insbesondere wenn Teilprojekte auf die Realisation anderer Projekte warten und neue Kooperationen aufgebaut werden müssen. Dank der Weiterentwicklung können Teilprojekte auch dann noch in das Gesamtprojekt aufgenommen werden, wenn sich das Projekt schon in der Umsetzung befindet. Dadurch steigt die Flexibilität in der Realisierung der Projekte.

Neu können zudem vorgängig Studien am realen Markt durchgeführt werden, damit möglichst rasch abgeschätzt werden kann, ob ein neues Produkt langfristig funktionieren könnte. Diese Vorarbeit ist sinnvoll, da letztlich nur Projekte unterstützt werden, die in der freien Marktwirtschaft mit grosser Wahrscheinlichkeit Bestand haben werden.